Du kannst nur vertrauen.
Vertrauen entsteht nicht ohne Risiko und auch nicht ohne Rückschläge. Jemand könnte dein Vertrauen missbrauchen. Jemand könnte unfähig sein. Oder faul. Oder böswillig. Vertrau ihm (ihr) trotzdem! Du hast keine andere Chance.
Denn wenn du nicht vertrauen willst, musst du: misstrauen. Und dann kennst du jetzt schon das Ergebnis, nämlich halbherziges, bestenfalls pflichtbewusstes Abarbeiten von lähmenden Aufgabenstapeln.
Falls vorhersehbare akzeptable Ergebnisse dir lieber sind, als die aufregende Neugier auf kreative Überraschungen und großartige Erfolge, dann bist du mit Misstrauen auf der sicheren Seite. Dann entscheide dich ganz bewusst, ein Kontrollfreak zu werden und die Menschen, die du leitest, zu limitieren. Und freunde dich mit der Tatsache an, für ein mittelmäßiges Team verantwortlich zu sein. Stell dich darauf ein, dass Menschen, denen das zu wenig ist, dir vom Acker gehen werden.
Wenn dir aber das Risiko des Erfolgs deutlich lieber ist, als garantierte Mittelmäßigkeit, dann entscheide dich dafür, den Menschen zu vertrauen, die es mit dir zu tun bekommen. Wo Menschen sich gegenseitig und sich selbst vertrauen, entstehen wie von selbst spielerische Freiräume, in denen wirklich Kreatives und Innovatives “passiert”.
Nur durch Vertrauen wächst eine Kultur des Ausprobierens, des fröhlichen frühen Scheiterns, des gemeinsamen Lernens. Nur wer Fehler machen darf, wird unbekanntes Terrain betreten und einen Weg einschlagen, von dem nicht hundertprozentig sicher ist, ob er ans Ziel führen wird.
Und wenn eine Person das Vertrauen, das du in sie setzt, enttäuscht? Kennst du wirklich die Gründe, die dazu geführt haben? Kennst du die Landkarte, die diese Person vor Augen hat? Trenne Person und Sache, zieh einen Strich drunter und investiere einen neuen Vertrauensvorschuss. Wenn du erleben willst, wie dieser Mensch wächst, ist das deine Chance!