Kreativität messen?

Wohl kaum. Oder doch? Ein Tool aus der Praxis.


Kreativität lässt sich naturgemäß schwer in den Griff kriegen. Zumal wir uns wahrscheinlich nicht mal ganz einig sind, was Kreativität überhaupt ist.

Wenn es um die Art von Kreativität geht, die man braucht, um faszinierende und funktionierende Kommunikationslösungen zu entwickeln, gibt’s Abhilfe. Etwas bescheidener: Ich würde dir gern ein Werkzeug vorstellen, das ich in der Praxis erprobt habe und durch das mir so manches Licht aufgegangen ist.

Ich habe beobachtet, dass Menschen, die Kreativteams voranbringen, über bestimmte Skills verfügen. Über die Jahre habe ich mir notiert, welche mir aufgefallen sind. 11 an der Zahl sind es geworden, und die stelle ich hier in meinem sketchbook der Reihe nach vor.

Okay, vielleicht hast du andere Skills ausgemacht als ich. Oder zwei der elf erscheinen dir nicht ganz so wichtig. Ich freue mich, wenn du deine Beobachtungen bei Linkedin in die Kommmentare schreibst. Nun aber kommt der nächste Schritt: Wir zeichnen ein einfaches Diagramm. Damit kannst du ein Profil der Skills anlegen, die für kreativen Outcome hilfreich sind.

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Anwendung 1: Finde deinen blinden Fleck!

Geh die Skills durch und bewerte dich selbst. Und bitte eine Person deines Vertrauens, deine Skills ebenfalls einzuschätzen. Und dann vergleiche Selbst- und Fremdwahrnehmung. Das kann wehtun. Vielleicht bist du gar nicht so sachlich, wie du immer dachtest. Oder du klammerst dich öfter mal an deine eigenen Ideen, obwohl das offiziell gegen deine Überzeugung verstößt.

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Wenn die Person, die dir das sagen darf, aus deinem beruflichen Umfeld kommt, wenn sie dich also beim Kreativsein erleben konnte, gewinnst du mit hoher Wahrscheinlichkeit wertvolle Einsichten. Und ihr könnt euch sogar gegenseitig mit eurer jeweiligen Fremdwahrnehmung beschenken und euch bei einem Kaffee darüber austauschen. Du merkst: Ihr solltet euch sehr sicher sein, dass eure Vertrauensbasis stabil genug ist, damit ihr bei diesem Experiment kein Beziehungsporzellan zerschlagt!

Vielleicht suchst du dir auch bewusst (oder zusätzlich) eine Person, die dich aus einem ganz anderen Zusammenhang kennt und die beruflich ganz woanders angesiedelt ist als du. Warum nicht zum Beispiel deine Mutter? Auch das wird sicher spannend.



Anwendung 2: Persönlicher Teamcheck

Wenn du ein Team leitest oder eins zusammenstellen willst. Wenn jemand neu dazu kommen soll, und du wissen möchtest, welche Stärken Verstärkung brauchen. Wenn… Du kannst mit diesem kleinen Tool das kreative Potenzial eines Teams einschätzen und Stärken und Schwächen sichtbar machen.

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Das ist weder eine exakte Wissenschaft noch Motiv für ein Wandposter und schon gar kein Mittel zur betriebsratskonformen Personalbeurteilung. Es ist eine Hilfe für dich ganz persönlich, wenn du dein Team stärken möchtest. Nicht mehr und nicht weniger.

Vielleicht findest du heraus, warum ihr euch an bestimmten Punkten immer wieder im Kreis dreht. Oder wen ihr unbedingt ins Team holen solltet. Oder noch ganz was anderes. Ich wünsche dir nützliche Erkenntnisse mit meinem alltagserprobten Provisorium!

 
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