Stell die Pyramide auf den Kopf!

“Frau Meier berichtet jetzt direkt an die Geschäftsführung.” Frau Meier ist also aufgestiegen und muss sich nur noch gegenüber der Unternehmensleitung verantworten. So ist das nun mal: Auf der niedrigeren Ebene ist man gegenüber der nächst höheren Ebene dafür verantwortlich, dass man seinen Job gut macht. Die gute alte Pyramide. Nein: die schlechte alte Pyramide.

Die ist nämlich exakt so lang schlecht, bis man sie radikal auf den Kopf stellt. Dann nämlich würde sich die Geschäftsführung darum kümmern, dass Frau Meier einen richtig guten Job machen kann. Und Frau Meier darum, dass soundso viele Soundso-Manager_innen, die über ihr stehen, ihren Job so machen, dass sowohl sie selbst als auch ihre Teams maximal Freude daran haben.

Ja, richtig gelesen: über ihr stehen. Jedenfalls nicht unter ihr. Denn Frau Meier agiert nicht (mehr) von oben herab, sondern begibt sich entschlossen auf Augenhöhe zu den Menschen, mit deren Leitung sie betraut ist. Wenn man ihr zuschaut und zuhört, könnte man sogar meinen, sie stellt sich ganz bewusst unter diese Menschen. Sie “dient” ihnen. Und das von ganzem Herzen.

Utopie? Dass die Pyramide viel Unheil anrichtet, wenn sie gewohnt breitbeinig dasteht, ist so offensichtlich, dass ich darüber hier keine Worte mehr verliere. Diese Unheilerfahrung hat zu einer weit verbreiteten Skepsis gegenüber Leitung an sich geführt – bis hin zum totalen Abschaffungsversuch. Aber wie wär’s stattdessen mit: auf den Kopf stellen? Mit: dienender Leitung. Mit: ermöglichen, dass ein Mensch seinen Job mit großer Freude richtig gut machen kann.

Dann, und nur dann, kann Leitung ein echter Segen sein. (Genau wie guter Kaffee, aber das hatten wir ja schon mal.)

 
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Hör auf, es besser zu können!

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Leitung ist Arbeit.